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Steigende Legionellen-Fallzahlen: So schützen sich Urlauber im Sommer

Wertheim, 23. Juni 2026 – Immer mehr Menschen infizieren sich auf Reisen mit Legionellen. Die Bakterien werden meist über eingeatmete Wassertröpfchen übertragen, etwa beim Duschen oder in Whirlpools. Wie sich Urlauber schützen können, erklärt Thomas Beutel, Leiter eines DIN-Arbeitskreises zur Wasseraufbereitung und Spezialist für Desinfektionsanlagen bei Lutz-Jesco.

Fieber, Husten, Kopfschmerzen und starke Müdigkeit statt Sonne, Strand, Cocktails und Meer. Laut aktuellem Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten kam es 2024 in Deutschland zu 2.237 Legionellen-Infektionen. Hinzu kommen die nicht registrierten Fallzahlen. 2001 waren es erst 328 Fälle. Rund 20 Prozent infizierten sich während einer Reise.

Während die Infektion in den meisten Fällen mild verläuft und einer Erkältung ähnelt, kann sie für Risikopatienten schwerwiegende Folgen haben. Im Jahr 2024 starben 104 Menschen an den Folgen einer Legionelleninfektion.

„Angesichts dieser steigenden Zahlen wird es für Urlauber wichtiger, auf Reisen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen“, sagt Thomas Beutel, Leiter eines DIN-Arbeitskreises zur Wasseraufbereitung und Spezialist für Desinfektionsanlagen bei Lutz-Jesco. „Die gute Nachricht ist, dass die Wahrscheinlichkeit dann extrem gering ist, sich im Urlaub mit Legionellen zu infizieren.“

Im Hotelzimmer die Dusche laufen lassen

War ein Hotelzimmer, ein Apartment oder Ferienhaus länger nicht genutzt, etwa nach einer Winterpause, kann es sein, dass Wasser lange in den Leitungen stand. Das bietet ideale Wachstumsbedingungen für Legionellen. Stellt sich der Urlauber dann unter die Dusche, bringt er die Bakterien beim Einatmen über feinste Wassertröpfchen in die Lunge. Deshalb ist es empfehlenswert, direkt nach dem Einzug Wasserhähne und Dusche zwei bis drei Minuten laufen zu lassen, um das alte Wasser aus den Leitungen zu entfernen.

Achtung: In den meisten Gebäuden gibt es getrennte Leitungen für Kalt- und Warmwasser. Daher ist es ratsam, warmes und kaltes Wasser nacheinander laufen zu lassen. „Urlauber sollten zudem darauf achten, das Badezimmer während dieser Zeit zu verlassen“, sagt Thomas Beutel. „So können sie die Aerosole, die unter Umständen Legionellen enthalten, nicht einatmen.“

Vorsicht bei Whirlpools, Jacuzzis und Warmwasserbecken

Im warmen Wasser können sich Legionellen bei unzureichender Desinfektion besonders gut vermehren. Gleichzeitig entstehen durch Sprudeldüsen und Luftblasen viele Aerosole, die Badegäste einatmen können. „Deshalb ist das Legionellenrisiko dort höher als in normalen Schwimmbecken“, so Thomas Beutel. „Wer trübes Wasser, unangenehme Gerüche oder offensichtliche Hygienemängel bemerkt, sollte auf die Nutzung verzichten.“

Wer diese Punkte beachtet, ist laut Thomas Beutel in der Regel auf der sicheren Seite. Die Wahrscheinlichkeit, sich über andere Quellen anzustecken, ist gering. „Klimaanlagen in Hotelzimmern beispielsweise sind keine typische Infektionsquelle. Sie kühlen und zirkulieren Luft, versprühen aber kein legionellenhaltiges Wasser“, sagt Beutel. Auch die Mensch-zu-Mensch-Übertragung spielt praktisch keine Rolle. „Legionellen werden normalerweise nicht durch Husten, Niesen oder engen Kontakt von einer Person auf eine andere übertragen.“

Über Thomas Beutel

Thomas Beutel ist ein erfahrener Fachmann in der Wasserwirtschaft, der seit 1988 im Bereich der Dosier- und Desinfektionsanlagen tätig ist. Seit 1997 arbeitet er bei der Lutz-Jesco GmbH. Neben seiner Haupttätigkeit hat er sich seit 2005 als Sachverständiger für Schwimmbadtechnik und dosiertechnischen Anlagenbau etabliert.

Beutel engagiert sich aktiv in verschiedenen Ausschüssen und Arbeitskreisen der Trinkwasser- und Schwimmbadbranche. Er leitet unter anderem den DIN-Arbeitskreis „DIN 19606 – Chlorgasanlagen in der Wasseraufbereitung“. Sein Ziel ist es, durch innovative Ansätze die Effizienz und Nachhaltigkeit in der Wasseraufbereitung zu fördern und die Betriebssicherheit zu gewährleisten.

Über die Lutz Holding GmbH

Seit 1954 steht die Lutz Holding GmbH für professionelles Fluidmanagement. Die Unternehmensgruppe vereint international tätige Unternehmen in der Pumpentechnologie sowie der Wasseraufbereitung und -desinfektion und ist mit 16 Vertriebs- und Produktionsstätten in über 80 Ländern weltweit präsent. Zur Gruppe gehören die Lutz Pumpen GmbH in Wertheim, die Lutz-Jesco GmbH in Wedemark und die Lutz-Jesco Suisse SA in Couvet, Schweiz. Das Portfolio umfasst Pumpen, Systeme und Zubehör für Dosier-, Förder-, Entleer- und Mischprozesse verschiedenster Medien. Produkte der Lutz-Gruppe finden Anwendung in zahlreichen Branchen, darunter die Chemieindustrie, Lebensmittelindustrie, Automobilproduktion, Wasser- und Abwasseraufbereitung sowie die Farben- und Lackindustrie.